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Lieferantenbeziehungen zum Ausbau von Innovation in den Filialen nutzen

 

PwC schätzt im Retail Banking 2020 Report1, dass Innovation in den nächsten fünf Jahren der wichtigste Faktor sein wird, mit dem sich Zuwächse bei Umsatz und Gewinn erzielen lassen. Eine weitere, kürzlich veröffentlichte Studie zeigt, dass die Banken die Innovation zu einer strategischen Priorität machen und mehr in die Förderung ihrer Leistungsfähigkeit in Sachen Innovation und die Abwehr der Bedrohung durch neue Marktteilnehmer investieren.

In Sachen Innovation hat sich in den letzten Jahren viel getan. Das beinhaltet etwa die erfolgreiche Einführung des Mobile Banking sowie verbesserte Datenerfassung und -analyse. Dennoch kann die Tendenz der Bankenbranche, mit Vorsicht vorzugehen und wegen des regulatorischen Drucks mehrere Prozess- und Kontrollebenen zu pflegen, die Innovationsgeschwindigkeit bremsen. Zwar ist die Mehrheit der Befragten (69 %) in der Studie von Efma und Infosys Finacle2 der Ansicht, dass Banken innovativer werden, doch nur ein Viertel der Befragten bewerten ihre Innovationsleistung als hoch. Es gibt daher einen offensichtlichen Bedarf bei Finanzinstituten, Partnerschaften und Beziehungen zu Dritten aufzubauen, um diesem Wunsch nach Innovation entsprechen zu können.

Der Wert von Lieferantenbeziehungen

Ganz ähnlich wie Automobilhersteller auf spezialisierte Zulieferer setzen, um bei neuen Trends am Ball zu bleiben und Fahrzeuge mit der neuesten Technik zu produzieren, sollten auch Finanzinstitute mit Lieferanten zusammenarbeiten, die in Forschung und Entwicklung (F&E) investieren und ein starkes Patentportfolio besitzen. Finanzinstitute sind dann in der Lage, von dieser Innovation zu profitieren und eigene Ziele schneller zu erreichen.

In der Bankenbranche sind viele3 der Ansicht, dass Technologie der Schlüssel ist, um geschäftliche Herausforderungen zu meistern. Doch viele räumen ebenfalls ein, dass ihre Unternehmen nicht in der Lage sind, die gesteckten technologischen Ziele zu erreichen. Eine einzelne Bank hat häufig weder das Personal noch die Ressourcen, um die eigenen Technologieziele zu erreichen. Anders hingegen Lieferanten in der Branche, die den Schwerpunkt auf Innovation gesetzt haben. Sie verfügen über große Teams von Ingenieuren, die ständig am nächsten großen Durchbruch arbeiten und gleichzeitig aktuelle Produkte mit mehr Funktionen ausstatten oder diese robuster und effizienter machen.

Kundenfeedback ist ein wichtiges Instrument im Werkzeugkasten jeder Bank. Denn die Daten lassen sich nutzen, um Produkte maßzuschneidern, das Kundenerlebnis zu verbessern und Trends frühzeitig zu erkennen. Deshalb ist es auch wichtig, dass Finanzinstitute diese Rückmeldungen mit ihren Lieferpartnern austauschen und so Einfluss auf Entwicklung, Design und Konstruktion neuer Produkte nehmen. So bleiben diese Institute dem Markt einen Schritt voraus und stellen sicher, dass die entwickelten Lösungen auch den Problemen entsprechen, mit denen ihre Filialen konfrontiert sind.

Technologie für stärkere Filialen

Um relevant zu bleiben, dürfen sich Banken nicht nur auf die Kunden von heute ausrichten, sondern müssen auch an die von morgen denken. Das bedeutet, nicht nur inkrementelle Verbesserungen vorzunehmen, sondern ganzheitliche Veränderungen im Blick zu haben, die die Art und Weise verändern, wie Dienstleistungen über die verschiedenen Kanäle erbracht werden – einschließlich der Filiale.

Die Banken waren schnell, was das Aufgreifen von Mobile und Online Banking angeht. Doch die Filialen müssen ebenfalls produktiver werden. Das lässt sich mit bedienungsfreundlicher Self-Service-Technologie im Vorraum der Bank sowie innovativen Lösungen für die Bearbeitung von Bargeld und Schecks am Schalter erreichen. Durch Identifizieren von Prozessen, die sich vereinfachen oder automatisieren lassen, wie beispielsweise die Bilderfassung in der Filiale oder am Schalter, ist eine Zusammenarbeit mit Lieferanten möglich, um diese Aufgaben effizienter zu gestalten. Damit sind positive Wirkungen auf die Kundenzufriedenheit möglich, denn Wartezeiten werden verkürzt und es bleibt mehr Zeit für das persönliche Kundengespräch. Das kann sich direkt auf die Profitabilität und den Umsatz auswirken. Denn Mitarbeitern bleibt mehr Zeit, sich Aktivitäten mit größerem Mehrwert zu widmen, wie etwa Cross-Selling oder Zugehen auf neue Kunden.

Moderne Technologie macht es für Kunden einfacher denn je, Tarife und Angebote verschiedener Banken zu vergleichen und Konten zu übertragen. Hier kann eine ausgefeiltere Technik einen großen Beitrag leisten, um Filialen in den Augen der Kunden relevant zu halten. Wenn Banken also über ihre Filialstrategie nachdenken, sollte die Investition in Technik eine entscheidende Rolle bei der Entscheidungsfindung spielen.

Orientierung bei den Lieferantenoptionen

Doch der Markt der Lieferanten ist riesig. Wie können Führungskräfte in Banken sicher sein, dass die Unternehmen, mit denen sie zusammenarbeiten, wirklich innovativ sind und sie keine veraltete Technologie einkaufen? Der vielleicht größte Anhaltspunkt dafür ist das Maß, in dem ein Unternehmen in Forschung und Entwicklung investiert. Wenn Finanzinstitute F&E-Investitionen, die Anzahl der angemeldeten Patente und die erhaltenen Auszeichnungen für Innovation und Produkteffizienz vergleichen, erhalten sie klare Kriterien für die Orientierung. Das erleichtert es, zuverlässige Partner zu finden, mit denen sie sich für langfristigen Erfolg positionieren können.

Innovation steht bei allen Finanzinstituten im neuen Jahr ganz oben auf der Wunschliste. Dabei muss man sich jedoch vergegenwärtigen, dass diese Unternehmen nicht alles selbst tun müssen. Partnerschaften mit Lieferanten können ein unglaublich wertvolles Hilfsmittel sein. Und diese auf Zusammenarbeit bauende Beziehung kann Banken in hohem Maße dabei unterstützen, ihre technologischen Ziele zu erreichen.

 

1 PwC, „Retail Banking 2020: the future of the retail banking industry” http://www.pwc.com/gx/en/industries/financial-services/banking-capital-markets/banking-2020.html

2 Efma, „Innovation in retail banking: The emergence of new banking business models” https://www.efma.com/study/detail/21891

3 Infosys, „Agenda 2016: Top Technology-led Implications & Priorities for Enterprises” http://www.experienceinfosys.com/agenda2016-banking