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Sind Sie auf das neu gestaltete Bargeld vorbereitet?

 

Sind Sie auf das neu gestaltete Bargeld vorbereitet?

Im November 2016 hat der amerikanische Secret Service 30 Millionen USD an gefälschten Dollarnoten und Euronoten im Wert von 50.000 EUR eingezogen. Die entsprechenden Aktionen fanden im gesamten Landgebiet von Lima in Peru statt. Das ist die bisher größte Beschlagnahme von Falschgeld.1 Im Jahr 2015 hat der Secret Service 145 Anlagen zur Falschgeldherstellung geschlossen und das Inumlaufbringen von Fälschungen in Höhe von über 58 Millionen USD verhindert.

„Die Bedrohung für das Finanzsystems der Vereinigten Staaten durch Falschgeld hat in den vergangenen Jahren zugenommen“, so der amerikanische Secret Service.2 Ursächlich dafür seien Fortschritte bei der Scan- und Drucktechnik und die Übernahme des US-Dollars als gesetzliches Zahlungsmittel in anderen Ländern.

Zur Bekämpfung gefälschter Banknoten, und damit das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Währung ihrer Länder erhalten bleibt, geben Finanzministerien weltweit immer häufiger neue Banknoten und Münzen heraus. Doch bei jeder Änderung des Währungsdesigns müssen Unternehmen, die mit Bargeld arbeiten, sich entsprechend vorbereiten und planen. Dazu gehört die Kenntnis der Änderungen – auf was zu achten ist – sowie ein Verständnis darüber, wie diese Änderungen sich auf die Ausstattung mit Equipment für Umgang und Bearbeitung von Bargeld auswirken.

Schwere Zeiten für Fälscher weltweit

In den letzten Monaten herrschte kein Mangel bei der Neugestaltung von Bargeld weltweit – stets mit dem Ziel, die Kosten durch Fälschungen für Unternehmen und Steuerzahler zu verringern.

Im April 2016 kündigte das US-Finanzministerium Pläne zur Einführung neuer 20-, 10- und 5-Dollar-Noten an. Erste Konzepte sind in der Entwicklung. Die Entwürfe sollen 2020 der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Als oberste Priorität wird dabei der Schutz „gegen Fälschung mithilfe effektiver und ausgeklügelter Herstellung“ angegeben.4 Die aktuelle 100-Dollar-Note, die 2013 nach 10-jähriger Entwicklungszeit in Verkehr gebracht worden war, ist die technisch ausgefeilteste US-Banknote mit einer Reihe von deutlich erkennbaren Sicherheitsmerkmalen. Trotzdem geht man davon aus, dass die 100-Dollar-Note auch weiterhin die am meisten gefälschte amerikanische Banknote außerhalb der Vereinigten Staaten bleiben wird.5

In Großbritannien wurde am 28. März 2017 eine zwölfeckige, bimetallische 1-Pfund-Münze in Umlauf gebracht. Die Königliche Münzanstalt bezeichnet sie als die „sicherste Münze der Welt“.6 Zwar ist nur ein geringer Prozentsatz der Banknoten gefälscht – 2016 waren es nur 0,0099 %7, davon 85,6 % die 20-Pfund-Note. Trotzdem hat die Bank von England eine neue Serie von Polymer-Banknoten gestartet und vor kurzem eine neue 5-Pfund-Note herausgegeben, um den Fälschern einen Schritt voraus zu sein. Diese Banknoten sind mit mehreren neuen Sicherheitsmerkmalen ausgestattet, wie einem durchsichtigen Fenster und einer Farbfolie, die den Elizabeth Tower zeigt.8

Die jüngsten Anstrengungen der Europäischen Zentralbank für noch besser geschütztes Bargeld äußern sich in den Banknoten der Europa-2-Serie. Die ersten drei Noten der neuen Serie – 5, 10 und 20 € – wurden jeweils 2013, 2014 und 2015 in Verkehr gebracht. Die neue 50-Euro-Note wurde im Juli 2016 vorgestellt und ist seit 7. April 2017 in Umlauf. Neue Gestaltungs- und Sicherheitsmerkmale machen die Banknoten einfach unterscheidbar von der ersten Europaserie. Gleichzeitig sind sie schwerer zu fälschen. So ist es beispielsweise mit dem neuen, transparenten Portraitfenster einfach, den 50-Euro-Schein der neuen Europaserie im Hinblick auf Echtheit zu prüfen, wenn man die „Sehen-Kippen-Fühlen“-Methode anwendet.9

Sicherheit und Substrate: Papier verglichen mit Polymer

Es gibt zwei hauptsächlich eingesetzte, miteinander konkurrierende Substrattechnologien: Papier und Polymer. Es obliegt der jeweiligen Zentralbank eines Landes oder dessen Finanzministerium, das am besten geeignete Substrat für die jeweilige wirtschaftliche und politische Situation zu wählen. Keine der Technologien ist immun gegen Fälschungen. Es müssen daher neben dem Substrat weitere Sicherheitsmerkmale entwickelt und eingesetzt werden. Zwar lassen sich manche der innovativen Sicherheitsmerkmale der neuen Polymerbanknoten auch bei Papier einsetzen – dazu gehört beispielsweise das kleine, transparente Fenster. Es gibt aber Sicherheitsmerkmale in Papiergeld wie etwa einen Faden, die sich nicht einfach in Polymer umsetzen lassen. Unternehmen, die mit Bargeld arbeiten, müssen alle Substratänderungen bei der Währung ihres Landes beachten und wissen, wie sich diese auf den Betrieb und die Ausstattung für den Bargeldumgang auswirken.

Equipment für die Bargeldbearbeitung aktuell halten

Die Finanzministerien arbeiten fleißig daran, neue Bargeldgestaltungen zu entwickeln. Ein wichtiger Schritt, der dabei nicht übersehen werden sollte, ist die Arbeit, die von den Herstellern von Banknotenbearbeitungsgeräten geleistet wird. Sie stellen sicher, dass die Maschinen auf die neuen Designs vorbereitet sind, wenn diese in Verkehr gebracht werden.

Neben der Werterkennung müssen die Geräte diese Banknoten auch anhand der integrierten, maschinenlesbaren Hightech-Sicherheitsmerkmale authentifizieren können.

Einige wenige ausgewählte Anbieter sind aktiv am Neugestaltungsprozess beteiligt. Dabei arbeiten sie mit den Zentralbanken zusammen und bringen ihr Fachwissen in Sensor- und Authentifizierungstechnologien in die Entwicklung von Geräten für die Bargeldbearbeitung ein. Dies stellt eine große Investition an Zeit und Geld seitens der Anbieter dar, die in die Unterstützung der Forschung, Entwicklung und Prüfung der technologisch anspruchsvollen Währungen fließt. Dazu kommen anschließend Entwicklung und Tests zur Bearbeitung der neuen Währungen.

Der Zeitrahmen für die Entwicklung und Einführung neuer Erkennungs- und Authentifizierungstechnologien beträgt drei bis fünf Jahre. Die Hersteller von Geräten für die Bargeldbearbeitung müssen deshalb die Änderungen bei Banknoten und Münzen schon lange vor der Einführung im Blick haben. Andernfalls entstehen Verzugszeiten, in denen Kunden gefährdet sind, da sie die neuen Banknoten nicht authentifizieren können.

Reibungsloser Übergang

Die Neugestaltung von Bargeld kann sehr weitreichende Auswirkungen haben. Deshalb ist es wichtig, vorbereitet zu sein und mit Herstellern zu arbeiten, die nachweislich über Fachwissen und die Kenntnisse einheimischer und internationaler Bargeldänderungen verfügen. Die Geräte zuverlässiger Anbieter sind so konstruiert, dass sie auf künftige Bargeldänderungen vorbereitet sind und neueste Hard- und Software für die Falschgelderkennung beinhalten. So sind Unternehmen vor dem Risiko durch Falschgeld und Betriebsstörungen gefeit. Das alles trägt zu einem reibungslosen Erlebnis für Kunden bei, die sich kein Kopfzerbrechen darüber machen müssen, wie sich Änderungen beim Bargelddesign auf ihre Geschäftstätigkeit auswirken könnten.

 

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Quellen (in englischer Sprache):

1United States Secret Service, “$30 million in counterfeit U.S. currency seized in historical Secret Service operation” https://www.secretservice.gov/forms/GPA-26-16-Operation-Sunset-Press-Release.pdf

2U.S. Secret Service, “2015 Annual Report” https://www.secretservice.gov/data/press/reports/USSS_FY2015AR.pdf

3 Banknote Info.net, “FEEL, LOOK, TILT” http://banknoteinfo.net/feel-look-tilt/

4 Treasury Department, “An Open Letter from Secretary Lew:” https://medium.com/@USTreasury/an-open-letter-from-secretary-lew-672cfd591d02#.f9g90zdvm

5 Reuters, “U.S. Fed ships new $100 bills with anti-counterfeit features” http://www.reuters.com/article/us-usa-currency-idUSBRE9970IZ20131008

6 The Royal Mint, “Meet the New £1 coin”, https://www.thenewpoundcoin.com

7 Bank of England http://www.bankofengland.co.uk/banknotes/Pages/about/counterfeits.aspx

8 Bank of England, “The New Fiver”, https://www.thenewfiver.co.uk/

9 European Central Bank, “The Euro: Our Money”, http://www.new-euro-banknotes.eu/Euro-Banknotes/Europa-Series-Introduction